5. August 2010
Jetzt ist es endlich soweit. Der große Tag ist endlich gekommen. Die Koffer sind gepackt (endlich ;-)) und wollen nun endlich benutzt werden. In einer Stunde mach ich mich mit meinen Eltern und mit Sina auf den Weg nach Frankfurt. Aber vorher müssen wir noch Katrin in Heilbronn abholen :-)
Es ist ein komisches Gefühl zu wissen, dass man nur noch wenige Stunden in Deutschland ist, aber andererseits ist das auch unglaublich spannend und ich freue mich rießig!
Ich hoffe, dass das alles mit dem Flug klappt und bin gespannt was mich in diesem Jahr erwartet.
Ihr werdet sobald ich die Möglichkeit hab, wieder von mir hören... bis dahin, machts gut und haltet die Ohren steif!
Hasta luego,
Jessi
6. August 2010
So,
der erste Tag in Chile ist schon rum...
Nach insgesamt 16 Stunden Flug sind wir in Santiago de Chile angekommen. Allein schon auf dem Flug und am Flughafen haben wir total viele coole Sachen erlebt. Sei es, dass man mal schnell eine Italienerin kennenlernt, die sich selbst zig Sprachen beigebracht hat oder sei es sein netter Brasilianer den man beim Warten auf die freie Toilette trifft und der einem von seinem Deutschalndurlaub vorschwaermt.
In Santiago wurden wir dann noch von der Internationalen Polizei kontrolliert. Da ist mir mal kurz ganz schlecht geworden, weil ich schlauerweise meine Visaunterlagen im Koffer hatte und der nette Mann mich nicht einreisen lassen wollte... hat im Endeffekt aber schon geklappt.
Als wir dann aus der Ankunftszone rausgekommen sind, wurden wir von allen Seiten beaeugt... und jeder wollte uns mit dem Taxi mitnehmen... aber der Hammer war im Flugzeug, als ich geschlafen hab und dann irgendwann aufgewacht bin, weil mich 2 Maedels an den Haaren gezogen haben, da sie ganz begeistert waren, dass die rot sind ;-)
Naja, auf jeden Fall bin ich jetzt echt froh, dass wir ENDLICH im Heim angekommen sind... und es war auch ganz cool, weil wir zuerst noch mit Bea (Gruenderin des Heims) und Hans Jakob Empanadas essen waren.. danach sind wir dann ins Heim wo auch schon die ganzen Tias, also die Heimerziehreinnen auf uns gewartet haben und ein paar Kids waren sogar auch noch da :)
Vorhin haben wir dann noch schnell das Gelaende angeschaut und von Hans Jakob die wichtigsten Geschichten erfahren...
Aber jetzt ist erstmal schluss nach diesem langen Tag, wir gehen jetzt in unser wohlersehntes bett und werden dann erstmal ausschafen, bevor wir morgen nach vina gehen um dort die wichtigsten dinge zu erledigen ...
Ich hoffe euch geht es auch allen gut,
bis bald,
Jessi
10. August 2010
So, ich sitze gerade eingemuemmelt in meine Winterjacke am pc und schreib euch jetzt mal, was ich hier schon krasses erlebt habe;-)
zuerst einmal soviel:hier ist alles anders! das ist nicht schlimm, aber man muss sich halt umstellen und am besten keine hohen ansprueche haben weil hiermit kommt man nicht weit :-)
allgemein kann ichnach den paar tage, die ich schon hier bin, sagen, dass chile ein tolles land ist, was die landschaft betrifft... wir sind z.B. ueber die Anden geflogen und waren am WE schon am Meer-das war einfach der hammer...
aber chile ist auch ein land der gegensaetze... man sieht hier ganz oft, ein tolles haus und daneben ein armenvierel, indem die menschen in huetten wohnen, die wir nicht mal mehr heutten nennen wuerden!
Doch nach den ersten paar Tagen hab ich den Eindruck, dass sie das ueberhaupt nicht stoert. Die meisten sind gluecklich mit dem was sie haben ud sie sind vorallem total stolz! Wenn man irgendwo zu besuch ist bekommt man zuerst einmal alles gezeigt und ist total willkommen geheißen :-)
Was noch ziemlich krass hier ist sind die vielen strassenhunde, die oft krank oder total abgemagert sind....
gestern war dann unser erster richtiger tag mit den kindern, nachdem wir sie am sonntag abend kennengelernt haben. So viel kann ich zu den Kids noch nicht sagen, nur, dass man schon merkt, dass sie eben alle einen grund haben warum sie im heim sind, aber tendenziell sind es eben ganz normale kinder bzw. jugendliche. wenn man dann mal ein bisschen zeit hat, wird gespielt wie nichts und man ist einfach immer ueberall dabei... und was auch cool ist, sie sind dir nicht boese, wenn du nichs verstehst, sondern sie nehmen schon ruecksicht auf dich (manche zumindest :-))... die jungs hier im Heim wollen die ganze zeit fußball spielen und sie finden es total seltsam, dass ein mädel, wie ich fußball spiel :-)... ansonsten kann ich noch festhalten, dass die arbeit sehr schoen, aber auch sehr anstrengend ist, weil die kids nauerlich ihre grenzen austesten und man ganz deutlich klarmachen muss welche position man inne haben will!
Hier noch ein paar weitere Eindruecke, kurz zusammen gefasst:
- ihr koennt echt schaetzen, dass ihr eine heizung habt; das gibt es hier naemlich nicht und nachts bzw. ab halb 6 wenn hier die sonne untergeht wird es richtig kalt und ich schlaf im moment mit 3 decken, einem teppich, einer fleecejacke ner muetze und einem schal!
- das essen hier ist unglaublich suess und fettig... gestern gab es kaba zum fruehstueck, aber der wird hier nicht mit normaler milch angemacht, sondern mit babymilch! auch das essen ist gewoehnungsbeduerftig, aber eins kann ich euch sagen, verhungern tut hier keiner :-)
- man wird hier im heim super aufgenommen und als vollstaendiges teammitglied akzepiert; wenn man probleme hat gibt es immer einen ansprechpartner
Genau, das war´s fuer heute.... wir werden jezt demnaechst aufbrechen und in quillota das ist die naechst groesste stadt, unseren chilenischen persoalausweis abholen....
Machts gut,
freu mich von euch zu hoeren,
Jessi
15. August 2010: Die erste Woche mit den Kids und ein Wochenende im schoenen Sueden
Zuersteinmal, muss ich ein bisschen Sonne auf die Schied schicken ;-)
Aber ich muss sagen, allzuviel kann ich euch auch nicht abgeben... da es hier nach wie vor ziemlich kalt ist, besonders nachts... aber tagsueber ist es dann oft traumhaft schoen... auch wenn es die Woche mal geregnet hat.. was fuer manche der Familien hier ziemlich fatale Folgen hat, weil ihre Haeuser nicht wasserdicht sind! Wir mussten also in einem minikleinem Auto Planchas (Wellblech) transportieren und dann zu dem Haus eines Kindes aus dem Heim fahren, wo wir das Dach notduerftig repariert haben... ist schon krass zu sehen, wie manche Leute hier wohnen! Die Familie wohnt z.B. auf der nackten Erde! Das heisst, die Feuchtigkeit ist ueberall... Wir haben jetzt aber vom Heim aus beschlossen, dass das so nicht weitergehen kann und wollen der Familie noch ein Bad bauen und allgemein beim Haus helfen! Wie ihr also seht kuemmert sich das Heim nicht nur um die Kinder, sondern auch um deren Familen und um die Leute aus dem Dorf!
Ansonsten hatte ich diese Woche die Moeglichkeit die Kinder besser kennenzulernen. Allgemein kann ich immer noch sagen, dass es ziemlich schwer ist mit manchen von ihnen umzugehen, da eben fast alle verhaltensauffaellig sind und manche auch noch eine Behinderung haben. Die meisten Probleme hab ich im Moment mit unserem Kleinsten (5Jahre alt)... er muss hier halt schon ziemlich viel einstecken und hier wird auch gern mal mit Faeusten geredet, aber es bringt ihm ja auch nichts, wenn ich ihn die ganze Zeit troeste und nur fuer ihn da bin, weil die anderen dann noch mehr auf ihn abgehen... Generell ist es schwer die richtige Mischung aus Freund und Autoritaetsperson zu finden.. aber ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen werden.
Was ich diese Wochenoch gemacht habe:
- Halli Galli und UNO gespielt - bis zum umfallen... die Kids freuen sich einfach total, wenn man ihnen Aufmerksamkeit schenkt und mit ihnen spielt
- Beete umgegraben
- Stuehle repariert
- verarztet, getroestet,...
-Gute Nachtgeschichten vorgelesen...
- in ein paar sprachliche Fettnaepfchen reingetreten...
...
Wir haben diese Woche frueher frei bekommen, so dass wir am Donnerstag Abend von Vina aus mit dem Nachtbus nach Valdivia und von da aus nach Paillaco fahren konnten. Dort hat Hans Jakob Familei und seine Grosstante hat ihm ihr Auto fuer dieses Jahr geliehen... War ziemlich cool dort. Die haben eien riessen Hof, den man nur im Auto anschauen konnte, da er eben so gross war (2600Kuehe).. auch das Haus war einfach der Hammer... mit Heizung und richtig warmen Wasser und zum Fruehstueck sogar mit einem Hausmaedchen, dass gekommen ist, als man geklingelt hat... ichhab mich echt um 1oo Jahr zurueck versetztgefuehlt!!
Dann waren wir noch am Vulkan Osorno und an einem tollen See! Dei LAndschaft war einfach der Hammer! Und wenn ihr die Moeglichkeit habt mal nach Chile zu gehen, dann macht das, weil die Vielfalt der LAndschaft ist einfach gigantisch... wir sind zwar nur 2 Tage rumgereist, aber ich hab so viel geshen! Einfach unglaublich... Gestern sind wir dann hauptsaechlich Auto gefahren, haben dann aber einen Zwischenstopp bei den Saltos de la Laja gemacht (Wasserfaelle) was auch atemberaubend war!
Ich werde euch sobald es geht auch ein paar Fotos auf die HP stellen aber ich habe meinen kleinen Foto verloren und von dem her bin ich auf die Hilfe von meinen lieben Mitfreiwlligen angewiesen :-)
Ich werde mich jetzt mal auf den Weg in die Dusche und dann ins Dorf machen um fuer uns ein paar Broetschen zu kaufen...
Ich wuensch euch eine tolle Woche,
allen die arbeiten, viel Durchhaltevermoegen,
allen die auf ein Zela gehen, viel Spass,
und allen anderen einfach alles Liebe und Gute!
Vermiss euch,
Freu mich von euch zu hoeren,
Jessi
16. August 2010
So,
Die zweite Woche im Hogar hat begonnen.
Heute war ein cooler Tag. Ich hab fruehs die Kinder geweckt. Und habe heute noch den zweiten Bereich, in dem ich arbeite kennengelernt: der Familienbereich. Das heisst ich mach mich mit dem Psychologen und Sozialarbeiterteam auf den Weg zu den Familien. Montags gehen wir immer zu denen, deren Kinder am Sonntag abend nicht im Heim angekommen sind. Aus welchen Gruenden auch immer. Wir reden mit den Eltern (meistens alleinerziehende Muetter; aber generell sind hier die Familienverhaeltnisse ein bisschen kompliziert, ich hab noch nicht so ganz durchschaut, wer mit wem verwandt ist, weil irgendwie kommt es mir so vor, als waeren alle eine grosse Familie und alle irgendwie miteinander verwandt :-)naja, vllt. durchschau ich das ja irgendwann)und versuchen fuer ihre Probleme eine Loesung zu finden. (Bzw. im Moment versuchen das die Tios(Psychologen,...) und ich versuch zu verstehen was die ganzen Leute sagen:-))
Diese Arbeit ist super interessant und ich arbeite hier mit sehr kompetenten Leuten zusammen von denen ich viel lernen kann... trotzdem weiss man manchmal einfach nicht was man sagen soll, weil die Familienzustaende einfach katastrophal sind!
Teilweise wohnen die Leute echt in Haeusser die einfach nur heruntergekommen sind und es ist z.B. auch so, dass die Kinder hier(im Heim) unter der Woche mit Essen vollgestopft werden. Am Anfang hab ich echt gedacht, dass das uebertrieben ist, aber es ist eben oftmals auch so, dass viele Kinder am WE nicht so viel zu Essen bekommen, weil die Eltern einfach nicht genug Geld haben!
Trotzdem muss ich nochmal betonen, dass auch wenn sich dass alles ziemlich krass anhoert und auch wenn man merkt, dass dies Umstaende auf die Kinder abfaerben, dass die Kinder alles andere als traurig oder verzweifelt sind. Und das Beste, man kann sie wirklich mit Kleinigkeiten gleucklich machen!
Vorhin haben wir 3 Freiwillige z.B. mit den Jugs Fussball gespielt was einfach nur super war und es ist auch schon eine Revancha fuer morgen angesetzt :-)
Ausserdem haben wir heute etwas neues eingefuerht. Bis jetzt war es so, dass die Kleinen zur gleichen Uhrzeit ins Bett gegangen sind wie die Grossen; jetzt haben wir eingefuerht, dass die Kleinen frueher im Bett sein muessen und wir ihnen noch eine Geschichte vorlesen (im Moment Pipi Zapaslargas - auf deutsch: Pippi Langstrumpf)...
Bin gespannt wie die restliche Woche ablaufen wird!
Die Tage hier vergehen uebel schnell und es passiert so viel aber irgendwie doch nichts ! :-)
Freu mich von euch zu hoeren :-)
Noch etwas:
Ich hab mir Skype eingerichtet!
Wollte euch nur schnell Bescheid geben. Ob das hier so wirklich gut funktioniert weiss ich natuerlich nicht... aber das werden wir ja sehen...
Falls also jemand mit mir telefonieren moechte, dann machen wir einen Skypetermin aus... normalerweise bin ich am WE da.. ansonsten hab ich Mittwochs frei!
Schreibt mir einfach ne Mail :-)
Mein Skypename: jessica.schukraft
28. August 2010
So, jetzt schaff ich es auch endlich mal wieder was zu schreiben.
Leider gibt es diese Woche nicht all zu viel zu erzaehlen, da ich mit der chilenischen Grippe von Montag bis Freitag im Bett lag!
Das war natuerlich total bloed, weil ich viel lieber mit den Kindern gespielt und irgend eine neue Aufgabe in Angriff genommen haette. Vor allem weil diese Woche die neuen Worksshops gestartet sind, an denen alle Leute aus dem Dorf, die Lust haben teilnehmen duerfen. Im Angebot sind: Brotbacken, Toepfern, Bewaesserung und noch irgendwas, das ich aber im Moment vergessen habe.
Naja, aber ich hoffe, dass ich dafuer mit umso mehr Energie naechste Woche teilnehmen kann.
Was ich diese Woche sonst noch erlebt habe:
- am Freitag, als es mir besser ging, hab ich mit 2 Tias die Krankheit aus unserem Zimmer vertrieben :-)...hihi so lustig!
- Wir haben unsere erste Jornada gehabt, das ist eine Gesamtteambesprechung, die Freitag und Samstag stattgefunden hat
-Gestern waren wir noch am Strand in Concon und ich hab tolle Fotos gemacht
-Abends hab ich bei einem Fussballspiel von Hans Jakob zugeschaut
-Morgen geh ich auch selber das erste Mal Fussballspielen, ich hab mir naemlich eine Maedelsmannschaft gesucht und bin jetzt echt gespannt... freu mich!
- Zum Workshop von letzter Wochenenede: Der Workshop war ueber Familienaufstellungen und es war einfach total interessant. Es waer jetzt zu kompliziert naeher darauf einzugehen, aber ich bin unglaublich froh, diese ERfahrung machen zu duerfen und freu mich schon auf den naechsten Workshop!(WEr mehr wissen will:
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/WISSENSCHAFTPSYCHOLOGIE/Familienaufstellung.shtml )
- Am Mittwoch werden wir mit den Kindern Completos machen, das ist ein chilenischer Sandwich mit Advokado und Senf,... ich mag ihn nicht, aber die Kids fahren total drauf ab ;-) die Completos werden wir dann verkaufen und der Erloes wird gesammelt und dann fuer die Cancha, den Fussballplatz verwendet. Hier wollen wir eventuell einen Zaun aufstellen, da im Moment der Ball immer in die Dornen faellt und wir so einen grossen Verschleiss an Baellen haben oder wir wollen Netze an den Toren befestigen... Also hier gibt es auf jeden Fal genug, dass gemacht werden kann und ich bin gespannt wie das klappt!
- Hans Jakob und ich werden unser Gartenhaeuschenprojekt fortfuehren und nachdem wir es fast ganz abgerissen haben auch wieder neu aufbauen! Was allerdings schon Arbeit genug war, da die Chilenen, wenn etwas kaputt ist, es nicht wie in Deutschland austauschen oder neu bauen, sonder sie nageln einfach irgendetwas anderes oben drauf und gut ist die Sache! DAs hat unsere Arbeit sehr erschwert und wir haben ewig gebraucht um das Dach abzureisen.. aber jetzt haben wir es geschafft!
- Jetzt werde ich mit meinen lieben Mitfreiwilligen zusammen Pizza backen! Freu mich so endlich mal was annaehrend deutsches zu essen :)
Wie geht es euch allen? Geniesst ihr den Sommer in Deutschland?
Liebe Gruesse aus dem langsam fruehlinghaften Chile,
Jessi
1. September 2010
So, mal ein kurzes Update aus Chile:
Mir geht es soweit wieder gut! Aber dafuer ist Hans Jako jetzt krank!
Das heisst fuer mich, dass ich ein bissschen mehr arbeiten muss, was aber nicht allzu schlimm ist, mach ich ja gerne!
Wir haben hier zur Zeit ein grosses Hundeproblem:
Die Hunde haben in den letzten Monaten so gut wie alle Tiere gerissen, die das Heim hatte! Praktisch gesehen bedeutet das, dass wir nur noch ein Pferd und ein paar Katzen haben! Aber in den letzten Tagen haben die Hunde jetzt auch 2 Katzen gerissen. Das war natuerlich ein toller Anblick. Ich bin aufgestaden und ein Maedel aus dem Heim meinte, dass sie nachts Katzengeschrei gehoert habe und dass sie glaubt, dass die Hunde eine Katze gerissen haben. Ich war der festen Ueberzeugung, dass sie das getrauemt hat bzw. dass das nur ein harmloser Kampf zwischen Hund und Katze war! Aber wir haben uns spasseshalber trotzdem mal auf die Suche gamcht und natuerlcih auch gleich 2 tote Katzen gefunden!!!
Aber es kommt noch besser, in Deutschland haetten die Erwachsenen die gleich weggetan, dass die Kids die nicht sehen, aber hier haben wir die mit den Kindern zusammen entsorgt! Das Argument der Chilenen: Das gehoert zum Kreislauf des Lebens dazu.. naja, mein ding ist es nicht, aber wenn das hier so ueblich ist, dann muss ich das wohl oder uebel akzeptieren!
Was noch passiert ist:
- anja, die Freiwillige von 2008/2009 ist zur Zeit da und hat uns die letzten Tage auch schon besucht... werden am WE mit ihr weggehen
- Ich werde am Samstag endlich Fussball spielen gehen; eigentlich war Training auf Montag angesetzt, aber das ist dann bloederweise ausgefallen...
- ich hab ein neues Projekt: Im November gibt es in viña einen 10km Lauf und da wir zur Zeit immer mit den Kids joggen gehen, haben wir uns jetzt als Ziel gesetzt auf diesen Lauf zu trainieren. Das ist ein Lauf mit chips und mit allem drum und dran und die Kids sind super motiviert und es ist eine Freude mit ihnen zu trainieren!
- wir werden uns heute einen neuen Tagesbeginn ueberlegen; deshalb werde ich jetzt auchmal ein paar Stimmungsbarometer basteln... bin gespannt...
Halt euch auf dem Laufenden und wuensch euch ne schoene Woche,
Liebe Gruesse,
Jessi
10. September 2010: Skifahrwochenende, eine anstrengende Woche, die andere Mentalitaet und wieterer Eindruecke
So, jetzt schaff ich es auch mal wieder euch ein bisschen ausfuehrlicher zu schreiben. Ich versuch einfach mal die Eidruecke der letzten Wochen festzuhalten:
Letzte Woche hatte ich euch ja geschrieben, was ich am WE machen will. Das war der Plan, die Realisierung sah im Endeffekt aber ganz anders aus. Wir sind ganz spontan nach San Jose de Maipú Skifahren gegangen. Dort haben wir uns ein kleines Ferienhauesschen gemietet, das sogar eine “Heizung” hatte! Allein schon der Weg in das Skigebiet, das laut Internet 11 Pisten hat (in Wirklichkeit gibt es ganze 2!) war total spannend. Wir sind auf einer Strasse gefahren, die bei uns nicht mal als landwirtschaftlicher Weg durchgehen wuerde J. Wenn man hier in Chile keinen Jeep oder ein Gelaendewagen hat, dann hat man echt verloren. Wir sind auch uebelst lange auf den Berg gefahren, haben aber dafuer die tolle Landschaft von Chile naeher kennengelernt. Als wir dann oben angekommen sind, haben wir uns dann Ski ausgeliehen, was auch sehr lustig war. Ich hatte noch gute erwischt, aber meine beiden Mitfreiwilligen standen auf Skiern, die eher Brettern glichen, als Skiern. Morgens hat es sich dann noch einigermassen gut skifahren lassen, aber da wir schon am Ende der Saison waren, hat man auch gemerkt, dass das wohl das letzte Skiwochenende war und mittags sind wir dann eher auf Matsch gehfahren J Auch wenn die Pisten nicht das waren, wie ich sie gewoehnt war (Mama, Papa, ich will naechste Jahr wieder mit euch nach Flachau J), war es einfach cool mal wieder Ski zu fahren und wir konnten die tolle Landschaft so geniessen (s.Bilder!). Abends hat unser Chefkoch Hans Jakob dann noch eine Lasagne gezaubert und wir haben den Tag gemuetlich ausklingen lassen. Bevor wir dann am Sonntag heimgefahren sind, waren wir noch an einem Stausee, der mitten in den Bergen lag! Auch hier kann ich wieder nur von der Landschaft schwaermen. Man sieht hier einfahc alles! Ich bin richtig in die Landschaft von Chile verliebt !
Alles in allem seht ihr also, dass wir ein geniales WE hatten, was wir uns nach der letzten anstrengenden Woche auch verdient hatten!
Hierzu mehr: Fuer mich ist es nicht immer einfach mit der chilenischen Mentalitaet klarzukommen, die Leute hier sind in vielen Punkten so gechillt und was man heute nicht macht, das macht man vielleicht morgen, wenn man es ueberhaupt macht! Man darf nie davon ausgehen, das salles, was man plant, so ablaueft, wie man es sich vorstellt, weil so wird es ganz sicher nicht J.. und ich muss ehrlich sagen, seitdem ich mir darueber bewusst bin, geht es mir auch viel besser :-) Trotzdem ist es natuerlich nicht immer einfach hier und mir fehlt in manchen Punkten einfach eien klare deutsche Struktur, aber das ist eben etwas woran ich mich gewoehenen muss… Hier im Heim gilt ein ganz anderer Massstab als in Deutschland. . Aber ich merke auch, dass ich hier nicht mit der deutschen Strenge eingreifen darf. Hier werden viele Sachen eben total anders und gechillt gesehen. Man muss einfach mit einer anderen Einstellung an die ganze Sache rangehen, dann klappt das schon irgendwie …(oh mann, ich denk schon richtig chilenischJ) Trotzdem moechte ich, dass ihr wisst, dass ich mich hier total wohl fuelle. Die ersten Wochen hier bestanden fuer uns Freiwilligen auch hauptsaechlich daraus, dass wir uns hier einarbeiten. Mittlerweile baut sich aber jede Woche mehr ein neues Leben auf und es ist total wichtig, dass man sich hier auch noch etwas anderes sucht und man sich darueber klar wird, dass es auch noch ein “normales” Leben ausserhalb vom Heim gibt.
Naechste Woche ist hier der bicentenario, das ist der 200. Geburtstag von Chile und da wird es hier uebelst abgehen... allgemein sind die Chielen ein sehr feierfreundliches Volk und ich muss ehrlich gestehen, dass ich schon gefallen an den chilenischen cocktails gefunden hab :-) aber ich geniess die natuerlich alle in massen :-).
Hier noch ein para andere Eindruecke und Gedanken:
- Ich glaube ich verde mich in Deutschland nie wieder ueber die Strassenverhaeltnisse beschweren, die Strassen hier sind so krass. Wir haben auch shcon oft erlebt, dass man auf einer Strasse faehrt und dann hoert auf einmal der Strassenbelag auf, weil das Geld gefehlt hat um weiter zu bauen…
- Ich hab hier auch ein paar tierische Mitbewohner: In unserem Zimmer fuehlen sich die Floehe super wohl und ich bin total verstochen… aber ich hab jetzt die chilenischen Supermaerkte auf den Kopf gestellt und ein Antiflohspray gefunden, bin mal gespannt ob das wirkt…
- Die Kids haben hier teilweise auch Laeuse, bis jetzt hat es mich noch nicht erwischt, aber jedes Mal, wenn ich den Kleinen das Antilauesespray auf den Kopf macht, Word ich fase verrueckt, weil cih mir dann auch sofort einbilde, dass ich Floehe hab… drueckt mir die Daumen, dass es nicht soweit kommt…
- Die Kids legen hier nachts Lasos aus, indenen sich Hasen verfangen. Danach werden die armen Tiere in einen Karton gesteckt und dann vielleicht irgendwann verkauft… Mir taten die Tiere so Leid, dass ich mit dne grossen Jungs diese Woche angefangen hab einen Hasenstall zu bauen, die sin dalle total begeistert und ich hab das dumpfe Gefuehl, dass wenn sie so weiter machen mit dem Hasenfangen, wir nach diesen Jahr eine ganze Hasenfarm haben J
- Die Chilenen sind so unpuenktlich und unzuverlaessig, das ist wirklich unglaublich! Freitags arbeite ich immer im psycho-sozialen Bereich mit und da waren heute Familiengespraeche geplant. Wie gesagt, sie waren GEPLANT. Fakt war aber, dass die Familien gar nicht gekommen sind, obwohl sie so dringend Hilfe brauechten…
- So langsam aber sicher bekommt man die Familengeschichten der Kinde rmit und die sind teilweise echt krass. Es werden so viele Kinder geschlagen oder missbraucht! Dadurch, dass man langsam aber sicher die Hintergruende kenenlernt, versteht man auch warum sich die Kinder so verhalten. Natuerlich legitimiert das nicht ihr Verhalten, aber man kann es wirklich nachvollziehen!
- Die Talleres (Workshops ) sind hier letzte Woche angelaufen und ich muss sagen, das ist echt eine coole Sache. Die Leute koenen lernen, wie man leckeres DUNKLES Brot backt und wie man Seine macht bzw. Tont oder die Landwirtschaft bewaessert
- Ach ja, ich bin jetzt uebrigens stolze Besitzerin eines chilenischen Personalausweises J. Aber es kann kein Mensch meinen Nachnamen aussprechen, hab mir schon ueberlegt, ob ich eine Praemie darauf aussetze J
- Ich hab es diese Woche endlich mal geschafft ein bisschen sport zu machen. Zwar hat es mit dem Fussballtraining nicht geklappt,( aber da bin ich noch dran…)aber dafuer war ich mit Hans Jakob schwimmen und heute joggen!
- Wir waren gestern mit den Kids auf dem cerro, das ist ein Berg und haben dort Drachen steigen lassen und einfach ein bisschen rumgebloedelt… hat total viel Spass gemacht und ich freu mich schon auf den naechsten Ausflug!
- Am Sonntag ist hier desfile(das ist ein traditioneller Umzug), an de malle unsere Kinder (Heim und Schule) teilnehmen werden… bin echt mal gespannt. Vielleicht kaufen Katrin und ich uns typische chilenische Kleider?!
- Die Leute sind hier nach wie vor total herzlich und gastfreundlich und man lernt so schnell so viele Leute kennen…
Soviel fuer heute, wenn ihr Fragen habt oder irgendwas loswerden wollt, dann schreibt mir doch einfach, ich freu mich immer riessig.
Uebrigend danke an alle, die mir bis jetzt eine Mail oder eine Postrarte geschrieben haben… hab mich sehr gefreut…
Ich wuensch euch allen ein schoenes (letztes) Wochenende, bevor die Schule in BaWue wieer lsogeht un dallen anderen einen guten Stara am Montag in die naechste Woche…
Wir gehen jetzt ins Taussbraue, das ist eine deutsche Kneipe, in der es auch RICHTIGES deutsches Essen gibt… freu mich so,
Liebe Gruesse,
Jessi
18.September: Fiestas patrias - eine einmalige Woche (hochgestellt am 29. September)
In den letzten Wochen wurde hier in Chile maechtig gefeirt. Grund war der 200. Geburtstag des Landes! Alles begann fuer uns mit einem Desfile, einem Umzug, bei dem alle Institutionen des Dorfes teilgenommen haben. Wir haben uns also in Schale geschmissen (bloederweise wussten irgendwie alle Bescheid, dass man sich da in traditionelle Kleider huellen muss, ausser wir J, und ich mein wir fallen ja so schon nicht genug auf…) und sind fleissig maschiert! Der ganze Desfile hatte einfach eine tolle Atmosphaere, alle Leute haben getanzt, es waren Maenner mit ihren Rodeopferden da, die Frauen haben typische China Kleider getragen und es gab natuerlich Cuecamusik. Danach haben wir uns noch Empanadas(gefuellte Teigtaschen, super lecker!) und Completos (Eine Art Sándwich mit Advokado, Tomate, Wurst und gañís viel Mayonaise)gegoennt.
Die Woche ueber in der Schule hat sich dann auch alles um den 200. Geburtstag gedreht. Es wurden Flaggen und Drachen in chilenischen Farben gebastelt, Taenze und Lieder,… einstudiert. Am 16. September (Donnerstag) ging die Feier dann weiter. Die Kinder hatten eine Art Schulfest. Es wurde zuerst ganz offiziel die chilenische Flagge gehisst und danach die Nationalhymne gesungen. Danach haben die Kids verschiedene Programmpunkte vorgefuerht, wie z.B. verschiedene Taenze aus Chile oder sie haben ein Theaterstueck vorgespielt bzw. Ein Gedicht vorgetragen,… zum Abschluss gab es dann wieder super leckere Empanadas, die die Tias aus der Kueche selbst gemacht haben (200 Stueck!!!). Die Kinder durften dann wegen den “Fiestas patrias” frueher ins Wochenende zu ihren Familien gehen. Nachdem die Kids also alle Empanadas aufgegessen hatten, haben wir Tios noche in bisschen zusammengesessen, gequatscht und gefeiert. Natuerlich wurde auch getanzt ;-) Hier gibt es kein Fest wo nicht getanzt wird und wenn ich tanzen schreibe, dann mein ich damit nicht, dass man den Fuss ein bisschen im Takt mitwippen laesst…NEIN – hier werden die Huerften geschwungen ;-)
Das war aber noch nicht alles an diesem Tag. Abends war ich mit Hans Jakob und ein para chilenischen Freunden bei der Einweihung des neuen Fussballstadions in Quillota! Ich fands ganz cool, es gab ein F Jugendspiel und ein Frauenspiel,… danach sind wir noch ins Mio Café, dass ist eine Art Bar, wo wir dann noche in bisschen gefeiert haben. Was ich noch unbedingt erwaehnen muss, ist, dass es in dieser Bar Karaoke gibt! Und ich kann es nur JEDEM empfehlen einmal in seinem Leben in Chile in ein Karaokelokal zu gehen! Hier singt das ganze Lokal und es ist einfach eine grosse Party!
Am Freitag, dem Tag vor dem 200. Geburtstag waren wir dann wie auch die beiden Tage danach bei einem Freund zum Grillen eingleaden. Am folgenden Tag waren wir dann abends auf einer typischen Remada, das ist wie bei uns so ein typisches Volksfest, bei dem auch wieder getanzt und gefeiert wird bis in die Morgenstunden…(ich war um 7Uhr im Bett ;-)… kann nur sagen, dass es auch mal cool ist einen Sonnenaufgang hier mitzuerleben. Der Himmel wechselt hier die Farben und es ist einfach unglaublich schoen!). Ansonsten gibt es nur zu sagen, dass ich mich nach diesem Wochenende ungefaehr 5 Kilo schwerer fuehle. Hierzu muss man wissen, dass am 18. September mehr Fleisch verkauft wird als an Weihnachten und Silvester zusammen!
Am Montag Abend sind die Kids dann wieder gekommen und es war echt schoen von allen zu hoeren, wie sie die Feirtage in ihren Familen verbracht haben. Tagsueber war ich mit Katrin und Bea und ihrer Familie wandern, was auch echt super schoen war… Werd demnaechst die Fotos hochladen!
Ansonsten verlief die Woche normal: Ich hab mit der Tia Carola zusammen den Schuppen aufgerauemt und ich bin immer wieder erstaunt, was man nicht alles findet ;-)… heute war ich mit 5 Kids, als Belohnung im “Kino”. Das heisst wir wollten ins Kino gehen und im Internet stand auch, dass der Film laeuft, nur bloed, dass die Leute vom Kino jeden Tag das Kinoprogramm nach Lust und Laune aendern (so kommt es mir zumindest vor) und wir so nur 2 Horrorfilme auf Englisch mit Spanischen Untertitel zur Auswahl hatten ;-)… anstatt das zu machen sind wir lieber Completo Essen und Spielautomatspiel spielen gegangen, was jetzt zwar nicht die beste Loesung war, aber die Kinder hatten Spass und das ist das Wichtigste! Zudem war es das erste Mal, dass ich mit so vielen Kids allein einen groesseren Ausflug gemacht hab; was nicht ganz ohne ist, weil wenn einer ausrastet, braucht man schon mehrere Leute um das wieder in den Griff zu bekommen und ich muss ehrlich sein, dass ich am Anfang schon Bedenken hatte; aber im Endeffekt hat es alles super geklappt (wir haben dann auch noch Katrin in Quillota getroffen und Tia Carola(spontan)), aber ich bin trotzdem stolz auf mich und ich weiss, dass sich die Kids auch echt zusammen reisen koenen. Allgemein hab ich das Gefuehl, dass sich mein Verhaeltnis zu den Kids schon richtig verbessert hat. Es gibt zwar jeden Tag ein paar kleinere oder groessere Porbleme, aber mittlerweile hat man ein besseres Gerfuehl dafuer, wie man damit umgehen muss. Manchmal kostet es einen den letzten Nerv, aber es ist eben wichtig, dass man manche Sachen einfach mit den Kids bis zum Schluss ausdiskutiert! Auch wenn das dann eine anstrengende Situation ist, so merkt man dann in den darauffolgenden Tagen, dass es wichtig war.
Hier noch ein paarSachen, die mir aufgefallen sind bzw. die mich beschaeftigen:
- Vor 2 Wochen hatte unser Kleinster Geburtstag (ist 6. geworden) und war natuerlich maechtig stolz. Wir haben seine Familia eingeladen ihn zu besuchen… aber es ist niemand gekommen! Fuer ihn war dass schon normal, aber mir hat es fast das Herz zerissen! Wie furchtbar muss es fuer ein Kind sein, wenn die Eltern nicht einmal zum Geburtstag kommen, weder anrufen,…
- Letzten Mittwoch, ein Tag vor den Fiestas Patrias haben wir 3 neue Kids ins Heim bekommen (ein Maedel (4), und 2 Jungs (9 und 14). Das war eine ziemlich spontane Sache. Ich hab die Familengeschichte noch nicht ganz durchschaut, aber die Mutter hat auch erst an diesem Tag erst erfahren, dass die Kinder ueberhaupt ins Heim muessen (das mit dem Gericht ist hier auch immer so eine Sache. Hier verklagen sich auch ganz arg viele Familienmitgleider gegenseitig und es ist einfach undurchschaubar, wie manchmal entscheiden wird,…)und eigentlich sollten sie in ein anders Heim in Quillota, aber das ist ein Massenheim und ds ist wirklich furchtbar. Kurzerhand hat das Heim (unseres) also entschlossen die Kids aufzunehmen und so hatten wir ploetzlich 3 Schuetzlinge mehr ;-). Das erweist sich aber als gar nicht so einfach. Die ersten Wochen sind natuerlich die schwierigsten, aber ds Problem ist, dass das Gericht noch nicht vollstaendig eine Entscheidung getroffen hat und dass es sein kann, dass die Kinder naechsten Monat das Heim wieder wechseln muessen. Das ist naterulich fuer alle eine bloede Situation. Besonders die Kids und vor allem die Kleinste leiden sehr darunter. DA gewohnen sie sich gerade hiere in und dann muessen sie wieder weg…
- Morgen hab ich wieder einen Familienkonstellationsworkshop, bin gespannt ob ich dieses Mal mehr verstehe…
Genau, das wars soweit erstmal, ich koennte natuerlich noch mehr erzaehlen. Hier passiert so viel! Aber mittlerweile gehoert das alles fuer mich einfach zu meinem Leben dazu und deshalb faellt es mir auch schwer mich an viele Sachen zu erinnern J
Machst gut, vermiss euch, Besitos Jessi
18. Oktober und 29. Oktober
Hallo,
So jetzt komm ich nach langer Zeit auch mal wieder dazu was zu schreiben. Mir geht es weiterhin echt gut hier… aber mir faellt es wirklich schwer hier etwas zu schreiben, da so langsam das Leben hier einfach so normal fuer mich ist!
Ich versuch hier trotzdem mal das zusammenzufassen, was ich in den letzten Wochen so erlebt hab:
- letzte Woche war ich auf einem Schulausflug dabei. Es ging zur Campana, einem Berg ganz in der Naehe von hier Wir sind bis zu einer Wasserstelle gewandert, wo die Kinder dann baden durften… auch wenn es meiner Meinung nach ein bisschen zu kalt zum Baden war, aber die sind hier eben abgehaertet J… Generell war der Ausflug echt cool(auch wenn ich eine Spezialaufgabe hatte: ich durfe auf unser hyperaktives Kind aufpassen und bin mindestens 3 Mal den Berg hoch und runter gerannt J), weil es einfach ein super schoener Berg war und wir haben danach auch noch gegrillt! Dennoch gab es auch etwas das mich geschockt hat. Als die Kids da in Badehose rumgehuepft sind, konnte man bei dem ein oder anderen Kind blaue Flechen sehen und als ich dann einen Jungen gefragt hab, was ihm denn da passiert ist, hat er knallhart gesagt, dass er geschlagen wurde!
- Ich hab vor 2 Wochen angefangen ins Fitnessstudio zu gehen. Muss so langsam auch mal wieder was fuer meine Bikinfigur tun, schliesslich haben wir hier bald Badesaison ;-)… nein ohne Schmarrn, hab hier schon 3 kilo zugenommen, weil das Essen einfach so fettig und suess ist und wir als Tios haben natuerlich auch eine vorbildfunktion, was heisst: immer schoen aufessen J. Ich war bis jetzt 2 Mal in diesem Fitnessstudio un jedes Mal ist mir auf dem Heimweg etwas spannendes/lustiges passiert: das erste Mal wollte ich mir eine Wasserflasche kaufen und habe einen Heiratsantrag vom Verkaeufer bekommen. Das hat mich ganz schoen vom Hocker gehauen und ich muss wohl ziemlich rot angelaufen sein, weil mich alle so komisch angeschaut haben J… naja, auf jeden Fall hab ich erstmal abgelehnt… due bracuhst dir also keien Sorgen machen Oma J
- Letzt war ich bei den Duenen. Und ich muss sagen, es war mit das Coolste, dass ich bis jetzt in meinem Leben erlebt habe. Man muss sich das folgendermassen vorstellen: Man faehrt von uns aus mit dem Bus ungefaehr eine Stunde und dann kommt mann an den Strand, ein Stueckchen weiter oben sind dann die Duenen, wenn man da dann ein bisschen reinlaeuft, dann fuehlt man sich wie in der Wueste und wenn man dann noche in Stueckchen weiterlauft, dann hat man einen fantastischen und einmaligen Ausblick auf das Meer! Ich hab mich da einfach so frei und gleucklich gefeuhlt und weiss jetzt auch was mein Ziel sein wird, wenn ich mal aus dem Heimalltag entfliehen will J…hoff es klappt, dass ich demnaechst mal ein para Bilder davon hochstelle
- Ich hab letzten Freitag an der ersten Babyshower meines Lebens teilgenommen. Das ist hier so ein Brauch. Immer, wenn hier iene Frau schwanger ist, dann wird so eine “kleine” Feier organisiert bevor sie ihr Kind bekommt. Hier ist die Tia Rosita schwanger, ads ist eine total liebe und nette und die wird uns hier auf de reinen Seite ganz schoen fehlen, weil sie ienfach eine super Art hatte mit den Kids umzugehen, auf de randeren Seite freu ich mich aber auch fuer sie, dass ihr 2. Sohn Maximiliano (in chile verraet man den Namen vorher schon… ich glaub den wissen alle schon seit nem halben Jahr und das war auch imme rrecht lustig, weil wir haben immer die Tia Rosita begruesst und dann ihren Bauch nochmal extra mit “Hallo Maximiliano” J)
- Letztes Wochenende war auch wieder sehr cool: Am Samstag war ich spontan mit ein para Freunden am Strand, wo wir im Sand Fussball gespielt haben. Danach sind wir noch ein bisschen am Strand entlang geschlendert und ich war einem Pelikan auf 5 Meter nahe J… Abends waren wir dann noch in einer chilenischen Bar und am Sonntag haben wir mit unseren Freunden ein Lagerfeuer veranstaltet, was ienfahc total cool war und ich war wirklich gleucklich! Es hat mich zwar auch an unsere tollen Abende in Deutschalnd erinnert, aber ich hatte ienfahc total viel Spass: auf de reinen Seite konnte ich so mich noch mit vielen Freunden unterhalten und hab sie so alle ein bischen besser kennengelernt, au der anderen Seite war es auch mal gechillt einfahc nur am Lagerfeuer zu sitzen und Lider zu singen. Am Montag hat Katrin uns dann einen super leckeren Apfelkuchen gebacken und wir haben uns einen Schokopudding gemacht und so unseren freien Tag genossen
- So langsam haben wir uns hier auch schon eingelebt, wissen wie was ablauft und haben auch shcon einige Sachen mit den Kids organisert wie z. B. einen Lagerfeuerabend, viele Fussballspiele, einen Filmabend mit Popcorn, diverse Gelandespiele,...
- 18. November 2010
So, hab es leider nicht geschafft das oben vorher hochzustellen, deshalb gibt es jetzt noch ein neues Update:
- So langsam hab ich das Gefuehl immer besser mit den Kids auszukommen und auch wenn es mal nicht so klappt in irgendeiner Situation, so zeigen sie dir dann spontanerweise in einer anderen, wie wichtig du ihnen bist
- Ich hatte z.B. letzte Woche das Chaosspiel organisert und dann hatte kein Kind Lust zu spielen und ich war total enttaeuscht, weil das eben total viel Arbeit war das alles vorzubereiten und ausserdem mach ich das ja nicht fuer mich zum Spass, sondern fuer die Kids... also hab ich mit 2 Kindern angefangen zu spielen und zum Schluss waren alle dabei sogar die die am Anfang am meisten gemotzt haben... das hat mich dann letztendlich doch super gefreut...und vor allem: Die Kids hatten Spass und darauf kommt es ja an!
- Am WE war ich mal wieder Fussball spielen, allerdings ist ds nicht so gut ausgegangen: Ich bin auf dem „Fussballplatz“ (das ist ein Feld mit ungefahr 10 Loechern pro m^2 ) umgeknickt und hab mir Innen und Aussenbaender angerissen und hatte dann das Gleuck auch mal ein chilenisches Krankenhaus von innen kennenzulernen. Auch wenn die Situation im Moment ein bisschen schwer ist, weil wir ziemlich abgeschieden wohnen und ich ins Dorf zu Fuss schon 20 Minuten gebraucht hab und mit Kruecken und Gips das natuerlich vergessen kann, hat es auch seine positiven Seiten. So kann ich mich auch mal ein bisschen ausruhen (ich hab zwar so einen Schein, dass ich nicht arbeiten muss(mir faellt grad das Wort nicht mehr ein, auf spanisch sagt man licencia), aber ich wohn im Heim und da ist es unmoeglich nichts zu machen; ich hab es einen Tag versucht, d.h. ich hab mich mit meinem Buch rausgesetzt, weil mein Zimmer jetzt nicht das hellste und gemuetlichste ist und hab versucht mein Fuss hochzulegen und mich zu entspannen... die Ruhe war allerdings nach 5 Minuten vorbei und es sassen geschatzte 10 Kids um mich rum... danach hab ich beschlossen, dass ich auch arbeiten kann J... das ist zwar fuer meinen Fuss nicht das Beste, aber es geht eben auch nicht anders, die brauchen mich auch und so hab ich auch endlich mal Zeit mich mit den Kids hinzusetzen und monopoly oder so zu spielen...auch generell ist die erfarhung mit Gips im Heim zu sein sehr interessant; normalerweise bin ich die, die den Kids immer hilft und ihnen aktionen,... abietet... da ich das im moment nicht kann und ich auf die hilfe von ihnen angewiesen bin, ist es jeden Tag aufs Neue toll zu sehen, wie sie dir alles was du fuer sie tust auf ihre Weise zurueckgeben J... und auch die Kids mit denen du manchmal nicht so gut auskommst und bei denen man eher schwer ran kommt, sind so lieb zu dir und bringen dir Essen,... bzw. Sie wollen immer dass du deinen Fuss hochlegst weil du dich so schneller erholst und dann auch hoffentlich bald wieder Fussball mit ihnen spielen kannst,...
Ich bin also seh froh diese Erfahrung mahcen zu duerfen und so zu merken, wie die Kinder dir auf diese Weise das zurueckgeben, was du fuer sie getan hast. Vor allem merkt man so auch, dass sie deine Arbeit schaetzen und ich bin immer wieder geruehrt von den kleinen und grossen Gesten die sie machen um mir zu zeigen, dass ich ihnen wichtig bin.
Aber ich hab noch mehr erlebt:
Am Montag war ich auf dem Roble (sind mit dem Auto hochgefahren), das ist einer der hoechsten Berge hier in Chile und wir hatten einen super Ausblick; das will ich auf jeden Fall nochmal machen,vor allem kann man da auch eine 5h Wanderung machen, die ich dann aber doch lieber ohne Kruecken unternehmen wuerde.
Am Dienstag war ich in Santiago mit meinen Mitfreiwilligen, der Bea und Beas Mutter um mir die Projekte von der Schwester Caroline anzuschauen...aber hier werde ich naechstes Mal weitererzaehlen, denn ich geh jetzt ins Bett. Schliesslich haben wir jetzt auch schon 23 uhr und mein Tag hat heute frueh um 7 angefangen und ich hatte bis jetzt noch nicht die Moeglichkeit was fuer mich zu tun J
Von dem her, ich glaub ihr seid auch erstmal ein bisschen mit Lesestoff versorgt...
Hoff euch geht es gut, liebe Gruesse aus dem sehr schoenen Chile,
Jessi
28. November (am 21 Dezember hochgestellt): Consultorio, Tiere, 3 freie Tage, Kindergarten
So jetzt komm ich nach einiger zeit auch mal wiede rdazu mich zu melden. Es tut mir leid, dass das immer ein bisschen dauert, aber ich erlebe im Moment einfach so viel und finde es wichtiger, dass ich meine Zeit dazu nutze diese Erfahrungen zu machen, als dass ich meien Zeit vor dem Computer verbringe.
Der vierte Monat meines Aufenthaltes ist nun schon vorbei und es ist einiges passiert:
-meinem Fuss geht es um einiges besser. Ich hatte Anfang des Monats 3 Tage frei, die ich bei Bea unserer Chefin verbracht habe. Diese Pause war nicht nur fuer meinen Fuss sondern auch allgemein fue rmich sehr wichtig. Ich konnte mich einfahc mal hinsetzen, ein Buch lesen, nachdenken,.. einfach ausspannen, ohne dass irgendwelche Kinde rrumgeschriehen haben und an deine Tuere geklopft haben. Das war mal super angenehm und ich hab gemerkt, wie anstrengend die letzten Monate doch waren und dass es an der zeit war mal ein bisschen Zeit fue rsich zu finden. Ich habe in dieser Zeit aber auch viele gute Gespraeche mit Bea gefuehrt und so einen Einblick in ihre Welt bekommen. Ich mein sie hat damals im Alter von 20 Jahren dieses Heim geruendet und es ist bis heute ihr Lebenswerk und auch wenn fuer uns so manche Sachen die wir hier releven ein bisschen gewohnungsbeduerftig sind, so darf man auch nicht vergessen, dass sich dieses Konzept schon so lange bewaehrt hat und dass da nicht mal schnell ein para neue deutsche Freiwillige kommen koennen und alles umschmeissen.
Seitdem ich mir darueber im Klaren bin, weiss ich das auch alles besser zu schaetzen und mir macht meine Arbeit zur Zeit richtig viel Spass. Die Kinder wissen wo meine Grenzen sind und ich weiss wie ich mit so jeden umegehen muss. Von dem her auch wenn es sich komisch anhoert: die Kinder werden immer mehr zu meiner Familia und ich hab die jetzt schon alle total lieb gewonnen (auch wenn sie kleinere oder groessere Macken haben ;-) und kann mir nicht vorstellen, wie es erst werden wird, wenn ich im sommer gehe., aber bis dahin belibt ja noch ein bisschen Zeit.
- Weihnachten im Sommer: Langsam sollte, so denkt man, ja die Weihnachtsstimmung anfangen. Ich muss bis jetzt aber sagen, dass ich davon noch nicht viel gespuert habe und ich bin immer wieder total verwirrt, wenn ich in den Supermarkt gehe und man dort lauter Weihnachtszeug kaufen kann waehrenddessen ich draussen in der Sonne mit 50er Sonnenschutz rumlaufe ;-)
- Wir haben diesen Monat angefangen uns wieder Tiere zuzulegen. Zuerst haben eine Ente und ein Huhn als Hundekoeter gedient und wir haben 2 Tage lang Nachtwache gehalten und darauf gewartet, dass der Hund endlich kommt. Nachdem wir aber am dritten Tag alle bei der Nachtwache eingeschalfen sind und abermals kein Hund kam, haben wir es erstmals aufgegeben und die Tiere so in ihrem Kaefig gelassen. Und ich muss sagen: Sie leben sogar immer noch J Was super ist, da wir jetzt im Dezember noch mehr Huehener und Enten anschaffen werden. Haben auch schon den anliegenden See gereinigt und Futtertroege etc. Gebaut. Die Kinder sind total begeistert, dass sie wieder Tiere haben und es macht ihnen super viel Spass sich um sie zu kuemmern und nebebei lernen sie auch noch Verantwortung zu uebernehmen J
- Ich hab mich diesen Monat als Kindergaertnerin versucht. Es sind zwar nur 4 Kinder im Kindergarten, aber die haben es ganz schoen in sich ;-) Dennoch hatte ich viel Spass, wir haben gespielt und Quatsch gemacht und sie fragen mich jeden Tag, wann ich denn endlich wieder komme J… aber am Donnerstag werde ich mit ihenen Backerle backen, bin mal gespannt wie das wird. Freu mich shcon.
- Ich hatte diesen Monat wieder das Vergnuegen ein para Kinder zum Consultorio zu begleiten. Das ist das chilenische Aerztezentrum, dass fuer alle zugaenglich ist, die sich keine private Krankenversicherung leisten koennen. Dementsprechend schlecht ist das auch organisert. Man muss ewig warten, die Aerzte sind meisten noch unglaublich unfreundlich und es ist einfach nur laut und stickig dort. Am Schlimmsten ist es natuerlich fuer die Kinder, wenn sie Solange warten muessen. Als ich letzte Woche dort war, sind mindestens 10 Kinder rumgeflitzt und haben nur Schiess gemacht, weil ihnen so langweilig war. Die Eltern kuemmern sich da aber meistens auch nihct drum und lassen dann nur mal einen Schrei los, wenn es zu krass wird. Als ich dann bei dem Maedel, dass ich begleitet hab, angefagen hab eine Pizzamassage zu machen, waren alle Kids total begeistert und wir haben eine Massagekette organisert. Wenn ich jetzt durch das Dorft laufe, dann kennen mich auch shcon total viele leute und die Kinder de mich aus dem Consultorio kenen fragen mich, wann ich wiede rmit ihenn “Pizza” backe. Ausserdem hat mi reine mutter erzaehlt, dass ihr Sohn meinte, er will unbedingt krank sein. Als die Mutter ihn dan fragte warum, meinte er nur: DAnn komm ich weider ins Consultorio wo die nette Tia mit uns Pizza auf dem Ruecken backt ;-)
! auf Facebook gibt es ein Video vom Heim mit ganz vielen Bildern! Fuegt mich einfach als Freundin hinzu und ihr koennte es euch anschauen :-)
Taise Festival Stgo, Weihnachten, Silvester
Hallo ihr Lieben,
Zuerst einmal wuensch ich euch allen ein tolles nenes Jahr 2011! Ich hoff ihr seid alle gut reingerutscht und euch geht es gut… Ich wuensche euch ein Jahr voller neuer Erfarhungen, Erlebnisse, Begegnungen, Glucek, Gesundheit und Gottes Segen.
Ich versuch mal kurz die letzten paar Wochen zusammen zu fassen:
-Mitte Dezember war ich auf einem Taizé Festival in Santiago. Das war super toll, einfach ein tolles Erlebnis (eines der besten Dinge, die ich bis jetzt hier erlebt habe). Ich war in einer total netten Gastfamilie untergebracht, zusammen mit Christopher einem anderen Chilenen, der dort als Freiwilliger geholfen hat. Ich hab alle von klein bis gross total ins HErz geschlossen und bin mir sicher, dass ich auf jeden Fall nochmal zurueckkommen werde. Aber nicht nur das war sehr eindrucksvoll: ich habe serh viele interesante Leute aus aller WElt etroffen und gute Gespraeche gehabt. So hab ich jetzt z.B. Freunde in Haiti, Kolumbien, Peru, Bolivien,…
Einmal gab es ein Treffen fuer Nordamerika, Europa, Asien,… da haben sic halle junegn Leuet aus diesen Laendern getroffen und ueber ihr Eindruecke und Erfahrungen in Chile geredet. Generell war das super interessant. Mir ist an diesem Nachmittag nochmal richtig klargeworden, dass Chile wirklcih aus 2 Welten besteht. Aus der reichen Welt in Stgo, wo man sich wie in jeder anderen Stadt in Europa fuehlt und wo man viel auch mit Geld reglen kann, vorausgestezt man hat es J… und die Welt in der ich eben lebe. In dem die Leute am Ende des Monats oftmals nicht mehr wissen wovon sie leben sollen. In dem Drogen, Teenagerschwangerschaften, Gewalt und Armut eben an der Tagesordnung stehen. Aber wo die andere Seite der Medaille eben auch die Herzlichkeit, Gastfreundlichkeit,… der Menschen wiederspiegelt.
Das beste waren die Gebete, bei denen viel gesunegn wurde und auch immer wieder das Symbol der Kerze aufgetreten ist. War atemberauebend, als 5000 Jugendliche in aller Stille in einem Zelt sassen undgebetet haben.
Im Endeffekt bin ich sehr froh,dass ich dort hingegangen bin, weil es seit langer Zeit mal wiede retwas war, dass ich fuer mich gemacht habe und wo ich auch sehr viel Kraft fuer meine Arbeit mit den Kids tanken konnte.
- die letzten Wochen waren voller Arbeit. Ich bin im Moment die einzige Freiwillige im Heim, da die anderen beiden Urlaub haben und mit ihrer Familia in den Sueden gereist sind. Das bedeutet fuer mich umso mehr arbeiten und ich freue mich auch einfach schon auf meinen Urlaub (am 14. Jaunar: Lisa ich freu mich auf dich ;-)) . Dennoch ist die Ferienzeit mit den Kids auch eine der schoensten Zeiten hier: man kann sich endlich mal Zeit fuer jeden nehmen, einen Spaziergang machen, Kartenspiele spielen, schwimmen gehen,….
- An Weihnachten war ich mit Hans und seiner Familile zusammen in Viña im Hotel.
Wir haben den 24. am Strand verbracht, wo seine kleinen Geschwister gesurft sind und ich gaaanz arg viele tolle Bilder von Pelikanen und Seeloewen machen konnte. Generell war es ein sehr
anderes Weihnachten, das sich ehrlich gesagt gar nicht wie Weihanchten angefuehlt hat. Trotzdem war es eine kurze Auszeit von der stressigen und besonders in letzter Zeit sehr anstrengenden
Arbeit. Und die Familie war einfach super nett und der kleine Bruder hat sogar geweint als ich gegangen bin...
Trotzdem hatte ich vor allem wegen dem Hotel ein komisches Gefuehl. Wir hatten vorher noch die Weihnachtsfeier vom Heim und da war unser Ziel eben allen ein super Weihnachtsessen zu schenken,
da man nie weiss wie gute es ihnen am WE gehen wird und wie regelmaessig da die Mahlzeiten sind. Und dann kommt man ein paar Stunden spaeter in ein Hotel, in dem man einfach von Luxus
ueberflutet wird! Ich haette das gar nicht gebraucht: ich bin mit einer Dusche und einem Bett zufrieden, aber es tat natuerlich auch mal wieder gut ausfuehrlich duschen zu koennen und nicht
die ganze Zeit daran denken zu muessen, wie viel Gas man gerade verbracuht. Ausserdem war es herrlich, in einem Bett zu schlafen, in dem es keine Floehe gibt und wo die MAtratze auch diesen
Namen verdient hat :-)... was mich sehr geschockt hat, war wie schnell wir uns wieder an diesen Luxus angepasst hatten und das hat mich sehr zum nachdenken gebracht. Aber generell denke ich,
dass das auch mal eine gute Abwechslung war, die wir uns nach 5 Monaten anstrengender Arbeit wirklich verdient hatten :-) Und jetzt bin ich ja wiede rin der Wirklichkeit zurueck :-) Und
trotzdem liebe ich dieses Leben...
- Silvster in Chile ist einfach der Hammer!
Ich war zuerst bei der tía Vivi eingeladen, wo wir mit ihrer Familia zusammen gegessen haben und uns dann super unterhalten haben J Generell sind die Chilenen super aberglauebisch: wenn manLinsen Hist. Bringt das Glueck,genauso wie wenn man gelbe Unterwaesche traegt, mit einem Koffer durch die Strassen laueft,drei Kerzen anzuendet,…
Danach bin ich mit Freunden nach Valparaíso gegangen, um dort das neue Jahr zu feiern. Die Strassen dort waren voller Scherben und Muell und man hat einfach keinen Zement mehr gesehen… das war sooo unglaublich! Ausserdem haben die Leuet auf der Strasse getanzt und gesungen und sich einfach gefreut! Chilenische Lebensfreude eben. Da ist es natuerlich auch selbstverstaendlich, dass bis in die Morgenstunden getanzt wurde J
- Genau, soweit mal wieder von mir… ich hoffe euch geht es allen gut und ich freu mich jedes Mal ueber eine Mail von euch…Bussis!
AB und DAVON: Die grosse Reise in den Sueden Chiles mit Lisa
So ihr Lieben,
Zu meinem Halbjaehrigen muss ich euch auch mal wieder schreiben.
Mir geht es, wer haette es gedacht, immer noch super gut!
Anfang Januar hatten wir sehr viel Arbeit, da ich die einzige Freiwillige war und dann noch das Feriencamp zur Zeit hier ist... aber das hat sich so langsam ganz gut eingespielt J
Wir gehen oefters mit den Kids ins Schwimmbad, machen irgendwelche Ausfluege oder auch schonmal einen Ausflug an den Strand, was auf allgemeine Begeisterung stoesst.
Generell ist die Ferienzeit eine sehr schoene Zeit, zum einen, weil nicht so viele Kinder da sind und wir so mehr Zeit fuer die wenigen die da sind haben. Auf der anderen Seite bleibt so auch ein bisschen mehr Zeit fuer uns selbst...
Am 13. Januar haben wir dann nochmal eine Benefizaktion, erneut einen deutschen Abend, mit Kuchen und diesem Mal sogar deutschem Bier veranstaltet.
Die Stimmung war super und ich glaube, wir werden mit dieser Idee noch einiges zusammenbekommen. Denn nach dem ersten halben Jahr, in dem wir uns jetzt eingelebt und an alles gewoehnt haben, glaub ich, dass es auch Zeit wird noch ein paar andere Projekte zu starten. Aber da erfahrt ihr dann mehr davon, wenn es soweit ist!
Ab dem 15. Januar hatte ich dann endlich meine ersten Ferien! Lisa, meine Cousine, war da und wir sind mit 2 vollen Rucksaecken in den Sueden Chiles aufgebrochen. Generell hatten wir eine tolle Zeit, haben viel gesehen und viel erlebt.
Wir waren z.B. in Reñaca an den Duenen, in Viña eine Kutschfahrt machen, in Valparaiso die wunderschoene Stadt anschauen, in San Antonio als Zwischenstopp, wo wir uns noch den Hafen abgeschaut haben.
Danach ging es ueber Santiago nach Rancagua und von da aus nach San Fernando das zu unserem Hauptanlaufspunkt werden sollte. Hier haben wir spontaner und ungeplanterweise ein Ticket an die argentinische Grenze zu heissen Quellen gekauft. Das Ding war nur, dass ich nicht wusste, dass die Quellen in der Naehe von Argentinien sind und so bin ich als der Guide gesagt hat, „ jetzt fahren wir dann Richtung Cordillera, in die Naehe von Argentinien“ ziemlich erschrocken. Auch als wir angekommen sind war die Freude weniger gross. Es hat sich herausgestellt, dass Termas del Flaco, wie unser neuer Aufenthaltstort hiess, ein Kurort fuer aeltere Leute war. Und so sind wir, weil wir ja sonst nicht schon auffallen mit unseren blonden und roten Haaen, nochmal mehr angeschaut worden. Ein auf erster Sicht grosser Nachteil, im Endeffekt aber dann doch das Beste, dass uns passieren konnte, war, dass es dort keinen Strom gab bzw. Nur in begrenzter Zeit. Aber man gewohnt sich an alles und im Endeffekt habe ich dort die Ruhe gefunden, die ich die letzten Monate vermisst habe. Auch der anfaengliche Stress und das immer-auf-den-beinen-sein-muessen hat sich dort gelegt und ich konnte einfach ausspannen. Hoehepunkt waren dann natuelich die heissen Quellen.
Danach ging es weiter in die ganz andere Richtung. Nach Pichilemu, ein bekannter Surferstrand wo vor ca. Einem Jahr auch der Tsunami seine Spuren hinterlassen hat. Dort hatten wir ein super Hostal und haben Chilenen und Brasilianer kennengelernt, die super freundlich waren.
Tagsueber haben wir unsere Liebe zu den Ferias, die chilenischen Handwerksmaerkte entdeckt und abends durfte ich mich von Chefkoechin Lisa verwoehnen lassen.
Danach ging es weiter nach Chiloe. Wo ich nach Monaten endlich wieder den Regen auf mich prasseln lassen konnte, den ich total vermisst hatte. Die ganzen Leute muessen gedacht haben, dass ich total verrueckt bin, aber ich hab das eben total genossen J
Dort haben wir dann einen Ausflug auf eine kleine Insel gemacht, wo wir curanto al hoyo, das ist ein typisches chilotisches Gericht (Meeresfruechte, Fleisch und Kartoffelteile, die auf heissen Steinen in einem Loch im Boden zubereitet werden)gegessen und haben die Landschaft genossen. Chiloe ist ja bekannt fuer seine Stelzenhausern, die wirklich der Insel ihren ganz eigenen Charme verleihen. Die anderen Tage waren wir noch im Nationalparkt, wo wir leider keine Tiere sehen konnten, da es geregnet hatte aber ich hab mich stattdessen an der Landschaft erfreut.
Ausserdem waren wir noch bei einer Pinguinkolonne, die gerade Babys hatten und ein Otter hat auch noch vorbeigeshcaut! Wie ihr also seht von der Tiervielfalt her konnten wir uns auf keinen Fall beschweren.
Nach Chiloé sind wir nach Puerto Varas. Dort haben wir in einem sehr coolen Hostel gewohnt und hatten 2 sehr coole Tage. Wir waren u.a. in Llanquihue auf einem Bierfest, wo ich mich wie in Deutschland gefuehlt habe; generell muss man dazu sagen, dass der Sueden Chiles nur so von Deutschen wimmelt. Man merkt da schon brutal den deutschen Einfluss... ich hab mich also 2 Tage lang wirklich wie daheim gefuehlt!
Wir waren auch noch in Frutillar wo wir im Nationalpark und am See waren, bevor wir mit dem Nachtbus nach Santiago zurueck gefahren sind.
Kur und knapp: Die letzten Wochen waren einfach super und ich hab es total genossen, mit dir, Lisa rumzureisen. Ich werde die zweieinhalb Wochen nie vergessen und wollte dir an dieser Stelle nochmal fuer alles danken.
Danke auch allen noch fuer die lieben Geburtstagswuensche, ich hab mich sehr gefreut und ihr habt mir mit dem Video eine riessen Freude gemacht! Ich werde allen ganz stolz das Video und meine tolle Familie zeigen!
Ich hoffe euch geht es gut...Machts gut und haltet die Ohren steif
Liebe Gruesse, Jessi
14.2-19.2 Ferienlager mit den Tíos, Kindern und einigen Eltern in Coliumo: Aufbauarbeiten und Entspannen: Passt das zusammen?
Vielleicht kann sich der ein oder andere von euch noch an das Erdbeben letztes Jahr in Chile erinnern.
Am 27. Februar um 3:34 Uhr Ortszeit (6:34 Uhr UTC) etwa 105 km nordnordöstlich der Stadt Concepción kam es zu einem Erdbeben der Staerke 8, 8 Mw auf der Momenten-Magnituden-Skala, das stärkste Erdbeben in Chile seit fast 50 Jahren und das fünftstärkste Beben, das weltweit seit Beginn der seismischen Aufzeichnungen im Jahr 1900 je gemessen wurde. Dem Beben folgte ein Tsunami, der weite Küstenstriche der VII. und VIII. Region Chiles (Maule und Bío-Bío) heimsuchte. Chiles Praesidentin rief in den betroffenen Gebiten den Katastrophenzustand aus. Was das bedeutete:
Zahlreiche Gebäude wurden zerstört oder schwer beschädigt. Der internationale Flughafen Santiagos musste für mehrere Tage geschlossen werden. Strom- und Kommunikationsnetze brachen
zusammen.
Doch nicht nur das: Im 200-km-Radius um das Epizentrum des Hauptbebens leben mehr als drei Millionen Menschen. Die Angaben zur Zahl der durch das Erdbeben vom 27. Februar und den anschließenden
Tsunami umgekommenen Menschen schwankten in den ersten Wochen nach der Katastrophe stark. Am 4. März korrigierten die chilenischen Behörden frühere Verlautbarungen, wonach rund 800 Opfer zu
beklagen waren, stark nach unten, weil irrtümlich Tote und Vermisste zusammengezählt worden waren.Die am 15. Mai 2010 auf der Website des chilenischen Innenministeriums veröffentlichte endgültige
Liste der Opfer der Katastrophe nennt 521 Todesopfer und 56 Vermisste namentlich.
Nach Angaben der chilenischen Präsidentin Bachelet in einer Ansprache am Abend des Katastrophentages waren zwei Millionen Menschen direkt von dem Beben betroffen. Etwa eine halbe Million
Wohnungen wurden zerstört oder schwer beschädigt. Der Wiederaufbau in den betroffenen Gebieten könne bis zu vier Jahre dauern, erklärte die scheidende Staatschefin in der Woche nach dem Beben.Der
Gesamtschaden wird auf rund 30 Milliarden Dollar geschätzt.
Immernoch sind tausende Menschen von den Folgen des Erdbebens des vergangenen Jahres betroffen. Wir, das heisst, einige Mitarbeiter, Eltern und Kinder des Hogar Campo Los Espinos waren letzte
Woche von Montag, den 14. Februar bis Samstag, den 19. Februar in Coliumo, in der Naehe von Concepción und haben dort hauptsaechlich eine Schule gestrichen. Wir sind aber auch in die
Campamientos, das sind die Notlager gegangen, um mit den Menshcenzu sprechen und haben dort auch 3 Notunterkuenfte aufgebessert. Generell kann man sagen, dass es ein sehr spezieller Ausflug war.
Obwohl wir viel gearbeitet haben und am Ende eine absolute Stille auf der Geimfahrt im Bus herrschte, da wir alle so muede waren, haben wir auch so viel zureuckbekommen aber cor allem auch ueber
uns selbst gelernt.
Ich bin dort z.B. mit der Vorstellung hingegangen, dass ja schon ein ganzes Jahr nach dem Erdbeben vergangen ist und dass die Aufbauarbeiten bestimmt schon auf Hochtouren laufen.
Als wir in coliumo ankamen konnte ich mir aber ein Bild von der Wirklchkeit machen: Zerstoerte Hausser, Wege,... Boote mitten in der Landschaft, die der Tsunami aufs Land getragen hatte, ein Haus
mitten im Meer, Gegenstaende wie Kuechengeraete, Kleider, Schraenke,... am Strand. Ich war wirklich geschockt.
Aber das war noch nicht alles.
Im campamiento haben wir uns in 2 Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe hat mit Hilfe unseres Handwerkers eine geniale Arbeit geleistet und 3 Huetten aufgebaut. Anfangs war geplant, dass wir nur 2
Huetten aufbauen wollten, als wir aber sahen, was fuer ein Beduerfnis besteht, haben wir uns spontan dazu entschieden, noch eine Huette mehr auszubessern und im naechsten Monat im Heim ein
bisschen enger zusammenzuruecken. Man muss naemlich bedenken, dass wir, das heisst das Heim, uns ja hauptsaechlich nur von Spenden organiseren und selber immer jeden Peso 2 Mal umdrehen. Die
andere Gruppe hat waehrenddesssen alle Kinder aus dem campamento zusammengetrommelt, um mit ihnen zu spielen, su reden,...
Hier moechte ich einen kleinen Teil aus vielen Gesprachen mit euch teilen:
Auf einem provisorisch aufgebauten Spielplatz sassen 3 Kids, die mit ihrem Hund gespielt haben und aus der Entfernung bobachteten was denn so viele Leute im campamento machen. Ich bin dann
auf sie zugegangen, habe den Hund gestreichelt, mich nach seinem Namen erkundigt und konnte so ein bisschen Vertauen zu den Kindern aufbauen. Eines dieser Maedchen erzaehlte mir, dass das Meer
ihre Freundin mitgenommen hat und diese bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder aufgetaucht sei.
Das ist aber nur eine von vielen Geschichten. Ehrlich gesagt hatte ich oft Angst nicht das Richtige zu sagen oder etwas vielleicht falsch zu verstehen. Aber was ich auch im Laufe dieser Woche
gelernt habe, ist, dass oftmals das was du sagst gar nicht die entscheidende Rolle spielt, vielmehr war es sehr wichtig fuer all die Menshen die wir besucht haben, dass wir ihnen zugehoert und
ihnen Gesellschaft geleistet haben. Das Beduerfnis ueber das Geschehene zu sprechen ist riessen gross und ich hatte oftmals das Gefuehl, dass viel zu oft versucht wurde, alles zu vergessen.
Stattdessen muss man aber die Augen oeffnen und der Realitaet ins Auge schauen, denn nur so werden diese Leute irgendwann wieder in ein normales Leben zurueckkehren koennen.
Zum Abschluss moechte ich noch eine kleine Stuation schildern, die ich an unserem Abschlussabend erlebt habe:
Ich habe mich mit einer "unserer" Muetter unterhalten und habe sie gefragt, wie sie denn alles erlebt hatte und wie sie sich jezt nach dieser Woche harter arbeit fuehle. Im Hinterkopf hatte ich
die ganze Zeit aber auch das Bild von ihrem Haus, das im Vergleich zu den Notunterkueften nicht viel besser ist! Sie sagte mir, dass sie sehr froh sei, diese Erfahrung haben machen zu duerfen und
dass es ihr sehr viel Spass gebracht hat die Huetten aufzubessern. Kurz danach schaute sie mir in die Augen und sagte: Ich weiss zwar auch genau, dass mein Haus in San Pedro nicht viel besser,
vielleicht sogar schlechter ist als die Huetten hier, aber im Endeffekt was fuer eine Rolle spielt das denn? Die Leute hier haben vor einem Jahr alles verloren und ich rede nicht nur von
materiellem sondern vielmerh auch von Freunden, Familie, Bekannte,... Hier, Jessi, an diesem Ort sind Menschen gestorben. Ich hab daheim noch alle meine Kinder und meinen Ehemann. Was mehr
koennte ich mir wuenschen!
Ich glaube in diesem Moemnt habe ich verstanden was Solidaritaet wirklich bedeutet.
Ich hoffe euch geht es gut,
Machts gut, und betet bitte fuer die Menschen in Chile,
Jessi
15.3-2.4 Urlaub Norden mit Marina und Kerstin
Nach einer nur kleinen Pause hiess es fuer mich schon wieder Urlaub! Dieses Mal ging es aber statt in den Sueden in den Norden Chiles! Das komplette Gegenteil! Dort erwartete uns Hitze, Wueste und ganz viel Spass!
Begonnen hatte unsere Reise in Santiago. Von da aus sind wir nach Arica, der noerdlichsten Stadt Chiles geflogen. Die aeltesten Rumien der Welt wurden bestaunt, Geoglifen der Incas, die aus Steinen gemacht sind, die an den Bergen in die Erde gehauen wurden (und fuer die es extra Personen gibt, die sie jeden Tag reinigenJ)haben wir betrachtet und die tolle Atmosphaere haben wir auch genossen…
Ach ja, vielleicht sollte icha uch mal erwaehnen wer denn wir ueberhaupt sind J
Wir, dass sind Kerstin, die extra aus Deutschland angereist ist, Marina, meine beste Freundin hier in Chile, und ich J
Ausserdem waren wir in Arica auf dem Morro, was ein Aussichtspunkt ist, von wo aus man einen wuenderschoenen Sonnengang betrachten kann.
Unser naechster Haltepunkt war Iquique, wo wir PAraclyden waren. Was ein unvergessliches ERlebnis war. Man sollte nur nicht seekrank sein … Die Idee des Ganzen war eigentlich auch, am Strand zu landen, das hat bei fast allen auch ganz gut geklappt, ausser natuerlich bei mir: Mein Pilot und ich, wir sind ueber den Duenen in ein Luftloch geraten und sind so im Sand gelandet J…naja,wenigstens hatten wir eine weiche Landung.
Am naechsten Tag waren wir dann am Strand und in der tollen Innenstadt Iquiques unterwegs, die auf jeden Fall einen Besuch Wert ist.
Am Tag darauf waren wir dann in den ehemaligen Salpeterminen Santa Laura und Humerstone, wo Kerstin sich dann wie in einer Gesiterstadt fuehlte (zur Anmerkung: Es IST eine Geisterstadt J)
Die folgenden Tage stellten fuer mich dann den Hoehepunkt unserer Reise dar: wir waren im weltbekannten San Pedro de Atacama. Dort waren wir Sandboarden im Valle de la Muerte, sind danach auf einen Berg im Valle de la Luna, dem Tal des Mondes gestiegen, wo wir den Sonnenuntergang genossen haben, waren an Seen im Hochgebierge, in heissen Quellen baden, haben Lamas und Vicuñas gesehen.sind durch einen Kakteenwald gelaufen, haben Flamencos gesehen,… kurz: Ich glaube, wir haben einfahc so viel erlebt, dass ich mich schon gar nihct mehr an alles erinnere.
Nach San Pedro de Atacama ging es dann weiter nach LaSerena, wo wir im Nationalpark Pinguine, Komorane, Seeloewen, Delfine, Otter,… gesehen haben.
Danach haben sich unsere Wege getrennt. Marina ist zurueck nach Quillota gefahren und Kerstin und ich sind nach Valparaíso gegangen. Haben dort die Stadt angeschaut, waren im Haus von Pablo Neruda,…
An unserem bzw. Kerstins vorletztem Tag, sind wir dann ins Heim gefahren, so dass sie auch einen Einblick in mein aktuelles Leben bekommen konnte.
Als wir dort angekommen sind, haben sich die Kids total gefreut und wir haben ihnen Copaos, das ist die Frucht des schwarzen Kaktus, geschenkt, was allen zu schmecken schien.
Das war auch so ein Moment, in dem ich wieder gemerkt hab, warum ich im Heim arbeite. Die Kinder haben sich super gefreut und haben mich fast umgerannt. Ich erinnere mich noch gut an Rene, unseren Kleinsten. Der in die Knie gegangen ist und “ Tia Jeeeeeeeessssssssssssiiiiiiii” geschriehen hat, auf mich zugerannt ist und mich abgeknutscht hat.Das war ein sehr cooler Moment. Generell ist es mir auch schwer gefallen mich ueber die Ferien ein bisschen vom Heim abzukapseln.Die Kinder haben mich fast jeden Tag angerufen, ode rmir auf facebook geschrieben, ich moege doch so schnell wie moeglich wieder zurueckkommen.
Abschliessendbleibt mir nur danke zu sagen, besonders an KErstin und Marina. Fue riene unvergessliche Zeit. Muskelkater vor lauter Lachen, anstrengende Ausfluege, gute Gespraeche,…
Danke fue ralles!
Liebe Gruesse,
Jessi
4. April: Caminata solidaria -Hungermarsch
Caminata solidaria An einem frischen Sonntagmorgen, machten wir uns fuer die diesjaehrige caminata solidaria, auf deutsch “Hungermarsch” bereit. Der Solidaritaetslauf sollte mit einem Gottesdienst an der Marienstatue neben der Feuerweh in San Pedro beginnen. Nachdem die Bibelstelle “Die Heiligung des Blindgeborenen” (Joh. 9, 1-41) gelesen wurden., wurde eine Mauer aus Backsteinen, die verschieden beschriftet waren von den Kinder des Heims und der Schule gebaut. Auf jedem Backstein stand ein Wort, wie z.B. Ungerechtigkeit, fehlende Bildung, Gewalt,… alles Dinge, die uns von anderen Menschen abgrenzen. Nach der Predigt des Pfarrers durften die Kinder die Mauer dann versetzen. Die Bausteine wurden umgedreht und zum Vorschein kamen Begriffe, wie Gerechtigkeit, Liebe, Zuneigung, …. Nachdem Gottesdienst wurden zwei verschiedene Gruppen gebildet. Eine Gruppe, die die 10km gelaufen ist und eine, die die 20 km gelaufen ist. Ich werde euch naeher ueber die 20km Rute berichten, da ich bei dieser mitgelaufen bin. Zunaechst fuehrte uns der Weg ins Cajon de San Pedro, wo wir uns dann von der anderen Gruppe verabschiedeten und sich unsere Wege trennten. Fuer uns ging es an der Eisenbahnschiene entlang, durch den dunklen, langenTunnel. Als wir dann in Limache angekommen waren, haben wir uns an den Aufstieg des “cerros”, des Huegels gemacht. Nach anstrengenden 2 Stunden waren wir dann endlich oben an der Spitze angekommen udn konnten den wunderschoenen Blick ueber die ganze Gegend geniessen. Doch uns blieb nicht viel Zeit, denn wir mussten auch schon wieder runter. Der Abstieg ging schneller als erwartet und im Dorf wurden wir mit leckeren Spaghetti empfangen. Generell war es ein sehr schoener, aber auch sehr anstrengender und langer Tag. Und die Kinder hatten wirklich Spass an der Wanderung, auch wenn sie die naechsten 10 Tage noch ueber Muskelkater klagten ;-)
Mai: Ein neues Projekt entsteht: Schaffe, schaffe, Haeussle baun ;-)
Hallo ihr Lieben,
zuerst wünsche ich euch nachträglich noch schöne Ostern. Ich hoffe ihr
hattet alle ein paar schöne Tage und konntet das schöne
Frühlingswetter geniessen.
Mir geht es weiterhin gut, aber ich habe ein Herzens-Anliegen an euch:
Hier im Heim wohnen zwei Geschwister: ein Junge (14) und ein Mädchen
(12). Die Mutter der beiden ist schizophren und alkoholabhängig und
ihr geht es im Moment sehr schlecht. Am Wochenende hat es geregnet und
das Haus ist in so schlechtem Zustand, dass Dachplatten provisorisch
oben drauf gelegt werden mussten, sodass nicht all zu viel Wasser ins
Haus eindringt. Generell sind die Lebensumstände nicht menschenwürdig.
Das Bad ist ausserhalb des Hauses, im Freien und ist nur mit einer
Decke abgehangen. Das Holz, aus dem das Haus gebaut ist ist morsch und
es gibt viele Stellen, an denen der Wind nur so reinpfeift. Außerdem
hat die Familie nicht einmal eine Küche sondern nur einen notdürftigen
Wasserhahn, der als einzige Wasserzufuhr dient. Im Großen und Ganzen:
Es muss etwas getan werden!
Jetzt kommt der Winter und der ist in Chile zwar nicht so weiss wie in
Deutschland, aber dennoch ganz schön hart, vor allem, wenn die Familie
kein Geld hat um Gas zu kaufen um zu heizen.
Der Plan ist Folgender: Das Heimteam wird im Monat Mai Geld für diese
Familie sammeln und dann wird durch die freiwillige Arbeit von den
Kindern, den Menschen aus dem Dorf und natürlich uns, den Betreuern,
eine neue Hütte gebaut, die der Familie ein besseres Leben ermöglichen
soll. Damit ihr euch das alles besser vorstellen könnt,habe ich Fotos
gemacht und schicke euch diese mit.
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr uns unterstützen würdet und ich
kann euch versichern, dass das Geld gut investiert wird und dass wir
dieser Familie so einen grossen Wunsch erfüllen würden. Einen Wunsch,
der eigentlich das normalste der Welt sein sollte, nämlich in
Umständen zu leben, die denen eines Menschen entsprechen.
Meldet euch einfach bei mir, dann gebe ich euch die Daten, die ihr
benötigt, um zu spenden.
Vielen Dank schon im Voraus an alle, die uns unterstützen!
Liebe Grüsse,
Jessi
17.Mai: Der erste Schritt wird getan...
Hallo ihr Lieben,
nachdem wir schon einige Spenden gesammelt haben, konnten wir diese Woche endlich unser Projekt beginnen.
Es wurde gemessen, gegraben und schliesslich haben wir sogar hinbekommen die Pfosten, auf dem das Haus stehen wird, einzubetonieren.
Ich bin gespannt wie es weitergeht.

Jessi in Chile